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Dieses Jahr muss es klappen, dieses Jahr soll es endlich soweit sein – mein erster Halbmarathon in Heidelberg. Die Steigungen sind nicht ohne, die Distanz ohnehin immer eine Herausforderung, aber ich will dabei sein. Immerhin bin ich Doppel-Heldin, habe den Blankeneser Halbmarathon schon 2 Mal „gefinished“. Etwas Training am Berg, dann klappt das im April in Heidelberg schon. Letzten Sonntag habe ich mit dem Berglauftraining begonnen – mit verheerenden Folgen. Ich habe es unterschätzt, den Berg, die Treppen, ich habe mich überschätzt. Ein wenig Tempotraining am Berg habe ich am Sonntag absolviert, 500 Meter hoch laufen so schnell es geht, runter ganz langsam. Der Steigerweg hat eine beachtliche Steigung, bis zu 12,5%, so dass ich nach zwei „Sprints“ die Strecke auf den unteren, etwas flacheren Teil der Straße verlagerte und die Distanz auf 100 Meter verkürzte. Ich wollte es ja nicht gleich übertreiben. Nach weiteren drei Sprints gings mit einem lockeren Lauf weiter, am Friedhof vorbei Richtung Rohrbach.

Dort führt eine lange, sehr lange Treppe den Berg hinauf, mehr als 500 Stufen. „Die optimale Trainingstreppe“, meinte meine Freundin. Ich war skeptisch, startete dennoch. Ganz langsam. Stufe für Stufe. Ich erinnerte mich an die Treppen beim Lauf in Blankenese, die ich größtenteils nur gehen konnte, da der Anstieg viel zu steil und die Stufen zu hoch für mich waren. Ich erinnerte mich, wie ich hochkeuchte und ein anderen Läufer neben mir ging und plötzlich sagte: „Das ist hier wie bei Herr der Ringe“.  Endlose Stufen. Auch am Sonntag in Rohrbach.  immer wenn ich dachte, jetzt sehe ich das Ende, folgten weitere Stufen. Ich ging, ich lief, ich keuchte, ich fühlte meine Waden, meine Oberschenkel, aber ich gab nicht auf. Oben im Wald angekommen, war ich ziemlich erledigt, aber glücklich. Mit einem unendlich großen Glücksgefühl ging ich langsam die Stufen wieder hinab.

Dass ich nach den Strapazen am Berg und an der Treppe dann noch rund 10 Kilometer weiter lief, sei hier nur am Rande erwähnt. Ein langsamer Dauerlauf kombiniert mit Ultratraining am Berg. Die totale Selbstüberschätzung. Dass ich seitdem jeden einzelnen Muskel in den Oberschenkeln und in den Waden spüre, geschieht mir recht. Auch, dass heute herrliches Laufwetter mit Sonne und klarer Luft ist und ich nicht laufen kann.

Am Heidelberg Halbmarathon werde ich teilnehmen; dieses Jahr kommt mir nichts dazwischen. Meine erste Lehre für diesen habe ich schon gelernt: dringend an meiner Trainingsplanung und meiner Motivation arbeiten.

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