ich bin barney;

Logbuch Halbmarathon.
31. April 2013.

16 Kilometer. Die persönliche Kilometerzahl wieder nach oben geschraubt. Bei Sonne. Viel Sonne. So viel Sonne und Wärme, wie noch nie in diesem Jahr.
Nach bereits gelaufenen 18 Kilometern diese Woche, stressigen Arbeitstagen und einer kurzen Nacht, hing mir die „16“ bereits den ganzen Tag über im Nacken und redete mit mindestens 20 Stimmen auf mich ein. 16 hier, 16 da. Anyway. Umziehen. Loslaufen. Durch die Schrebergarten am Wasser entlang. Immer den Schatten suchend. Vorbei an gemütlich radelnden Opas, Pärchen, die auf der Parkbank Wodka mit Orangensaft mischen, Jugendlichen, die sich einen Joint drehen, Familien, die auf einer Bank sitzen, Spaziergängern mit und ohne Hund. Vorbei am Bootshaus. Vorbei an Kleingärtner, die ihren Rasen mähen. Auf dem Wasser zwei Mädels im Schlauchboot. Gemütliches Treibenlassen. Und immer wieder die Kleingärtner. In Shorts und Trekkingsandalen mit Socken. Oben ohne. Im Trägershirt. Alles praktisch. Alle in action. Rasen mähen, Rasen schneiden. Alle Grashalme auf ein exaktes Maß stutzen. Einem älteren Mann, der mit einem Spezialgerät akribisch die letzten renitenten Grashalme an seinem Wegrand entfernt, möchte ich zurufen: „Nehmen Sie doch die Nagelschere! Dann entgeht Ihnen kein Halm!“ Doch ich laufe weiter. Ich fürchte um meine Strecke.
Auf der anderen Seite des Kanals durch einen anderen KGV, Kleingartenverein. Hier schaut mich nur ein kleiner Junge an, der auf einem Gartentürchen herumturnt. Immer wieder wechsel ich die Kanalseite, bei Kilometer 13 laufe ich Richtung Deich am Zollhafen. Meine rechte Wade schmerzt und ich habe Durst. Kilometer 14 am Deich.
Eine Gruppe sehr junger Menschen sitzt und steht vor einem Kleinbus. Musik. Grillen. Chillen. Fahrradfahrer auf dem Deich, Spaziergänger, Menschen im Gras und auf den Treppen. Sie beachten mich nicht.
Noch auf dem Deich habe ich die Kilometer 15 geschafft. Mir geht es gut. Nur meine Zehen schmerzen, wie immer seit einigen Läufen. Und meine hinteren Beinsehnen. Zwei Busstationen von meiner Wohnung entfernt, habe ich die Kilometer 16 erreicht. 11 Minuten unter dem zeitlichen Soll meines Trainingsplans. Mit kurzen Geh- und Wartepausen an der Ampel.
Ich gehe nach Hause. Langsam. Sehr langsam. Meine Beine schmerzen auf einmal. Ich denke an die Folge aus „How I met your mother“, in der Barney den NY-Marathon läuft und dann auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn ist und plötzlich nicht mehr gehen kann, weil er so kaputt ist. Ich bin Barney. Auch am nächsten Morgen noch.
Noch drei Wochen, dann schraube ich meine persönliche Strecke auf 21,0975 Kilometer hoch. Seit gestern bin ich ziemlich beruhigt. Das schaffe ich. Vielleicht, wenn alles gut läuft, sogar unter 2 Stunden.