laufenunddasleben;

Ein schmaler Weg führte den steilen Berg hinauf, der direkt hinter der Turnhalle lag. Sobald mein Trainer früher sagte „Jetzt gehen wir raus laufen“, wollte ich stets auf der Stelle verschwinden. Oder plötzlich ad hoc und sofort krank werden. Magen-Darm, Grippe, egal was. Nur weg, fort. Hautpsache ich musste nicht mitlaufen. Joggen, wie es damals hieß, war nicht meins. Es war die Höchststrafe für mich. Den Berg hinauf und zwischen der zweiten und dritten Laterne dann ein Sprint oder weiter in den Wald hinein laufen. Selbst die 800 m bei den unvermeidlichen jährlichen Bundesjugendspielen brachte ich mit Ach und Krach hinter mich. Jede Sportart dagegen, bei der ein Ball im Spiel war, habe ich geliebt; die konnte ich stundenlang ausüben. Nur beim Laufen bekam ich meist nach kurzer Zeit Seitenstechen und/oder keine Luft. Laufen und ich, das wollte einfach nicht zusammenkommen.
Heute liebe ich das Laufen. Heute weiß ich, was damals alles schief lief. Im Training. Beim Laufen. An meiner Einstellung. Ich weiß, warum ich dem Laufen nichts abgewinnen konnte.
Seit vielen Jahren laufe ich regelmäßig mehrmals die Woche.
Ich laufe bei Wind und Wetter, zu jeder Jahreszeit, ob morgens oder abends, in der schwäbischen Heimat ebenso wie im Urlaub durchs hügelige Jerusalem, an der kroatischen Küste entlang oder durchs kühle Kopenhagen.
Mehrmals pro Jahr nehme ich auch an Laufveranstaltungen/Wettkämpfen teil. 10km, 12km, mal 15 km, alles bis zur Halbmarathondistanz.
Wenn ich laufe, sehe ich die Gegend und mich mit anderen Augen. Ich genieße dabei das Gefühl, meinen Kopf vollständig zu entleeren, mich auszupowern. Ich leide dabei, ich fluche manchmal, ich kämpfe mit mir. Ich genieße das Gefühl danach, die Erschöpfung, es wieder einmal geschafft zu haben. Jeder Lauf ist anders und verläuft im positiven wie auch mal negativen Sinn nicht immer wie geplant, so wie jeder Tag neu und ich und vor allem mein Körper jeden Tag anders ist. Das ist spannend. Daher laufe ich.
Davon handelt der Blog – vom Laufen, vom Leben, von mir.
LaufenunddasLeben eben.