herbstlauf;

Am Dienstag lief mir bereits nach wenigen Metern der Schweiß aus sämtlichen Poren; beim heutigen Sonntagslauf kam die Dusche von oben. Jetzt ist er da, der Herbst. Und mit ihr die kühlere Luft und der Regen. Aber ist man einmal durchgeweicht, ist es auch schon egal. Dann kann man die anvisierten 18 Kilometer auch durchziehen.

Der letzte lange Lauf vor dem Köhlbrandbrückenlauf am 3. Oktober stand heute auf dem Programm. Nach den 15 Kilometer am letzten Sonntag hatte ich mir für diese Woche 18 vorgenommen. Dummerweise regnete es Bindfäden. Augen zu und durch, dachte ich und lief los. Offen gestanden, nein, es war kein guter Start. Vom Spaß will ich besser gar nicht schreiben. Wenn der Wind fiese von allen Seiten weht, die Muskeln noch kalt sind und es ununterbrochen regnet, ist Freude am Laufen definitiv etwas anderes.

18 Kilometer hatte ich mir für heute vorgenommen; bei Kilometer 7, als noch stärker zu regnen begann und ich bereits völlig durchnässt war, schraubte ich meine Erwartung auf 15 runter. Zudem tat mir alles weh. Vier Trainingseinheiten hatte ich diese Woche bereits hinter mir; davon drei in den letzten Tagen. Meine Wochenplanung war suboptimal; das rächte sich nun mit schweren Beinen.

Ich schraubte mein Tempo daher etwas herunter und beschloss, wenigstens 16 Kilometer zu laufen, etwas mehr als vergangene Woche. Nass war ich ohnehin schon. Alles hing nur an meinen Beinen. Meine Strecke verkürzte ich daher spontan bei Kilometer 10/11 und von dort an, warum auch immer, lief es besser. Bei einer Pace von rund 6:25-6:40 km/h joggte ich entspannt am Necker entlang und kassierte plötzlich Kilometer für Kilometer. Es lief. Einfach so.

Trainingsziel loslassen und ankommen

Kurz vor dem Ziel rechnete ich. Auf 16,5 Kilometer müsste ich kommen, liefe ich jetzt direkt nach Hause. Da kann ich die 17 auch vollmachen, dachte ich, wenn schon denn schon. Zudem beende ich meine Läufe soweit es geht immer auf den vollen Kilometer. Kurzerhand drehte ich also ab, um noch Meter gut zumachen. Hatte ich nicht am Dienstag meinen Lauf ein „X,5“ beendet?, fiel mir ein. Der Lauf, der Tag, an dem gar nichts ging? Wenn ich also jetzt 17,5 Kilometer laufe, dann passt es wieder. Ach, egal, sagte ich mir, und machte die 18 Kilometer doch noch voll.

Klatschnass die Klamotten, durchgeweicht die Schuhe und ich – das Ergebnis meines 18-Kilometer-Laufs. Erkannt habe ich dabei, dass loslassen vom Ziel manchmal auch zum Ziel führt. Selbst wenn es dabei in Strömen regnet.

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