halbmarathon heidelberg: 18 sekunden;

Durchgekommen. Die Mindestanforderung beim diesjährigen Heidelberger Halbmarathon habe ich erreicht. Meine Ziele jedoch, unter 2 Stunden zu bleiben und am besten noch die Zeit vom Vorjahr zu erreichen, wenn nicht sogar zu knacken, habe ich verfehlt. Seitdem grübel ich, analysiere ich, frage mich: Woran hat es gelegen?

Exakt vier Minuten über der Vorjahreszeit. Ein leicht ködderiges Gefühl am Morgen des Laufs, Tage vorher schon leichte, aber beständige Hüftschmerzen, zu denen sich beim Lauf noch Schmerzen im Knie gesellten, verhungert am Berg – jedes für sich keine große Sache. Zusammen allerdings sorgten sie dafür, dass der Halbmarathon nicht so rund lief wie erhofft. Vor allem mit den Steigungen der Laufstrecke hatte ich dieses Jahr zu kämpfen. Da bin ich eingebrochen, liegengeblieben, verhungert, abgesoffen. Bereits beim ersten, der bei Kilometer 8 auf den Philosphenweg hinauf führte, hatte ich das Gefühl, dass etliche Läufer locker flockig an mir vorbeizogen, während ich den Weg lief, wie man eben den Philosophenweg hinauf läuft: Mit Mühe. Mit Anstrengung. Mit Kraft. Die vielen Zuschauer an der Strecke, das optimale Laufwetter mit Sonne und angenehmen Temperaturen trugen mich noch einigermaßen über diese erste Hürde. Dort wartete allerdings bereits die zweite; denn nach dem Anstieg ist bei diesem Lauf vor dem Anstieg. Der war zwar weniger steil als der erste, zog sich dafür aber langsam leicht und beständig über zwei Kilometer. Schon beim Trainingslauf hatte ich an dieser Stelle meine Schwierigkeiten. Beim Wettkampf wollte die Strecke wieder nicht enden. So muss Laufen auf dem Laufband sein.
Dass ich bei Kilometer 13/14 beim zweiten kräftigen Anstieg mit gut 13 Prozent Steigung Gehpausen einlegen musste, überraschte mich nicht. Damit hatte ich gerechnet, die waren eingeplant. Ein kurzer Plausch mit einem anderen Läufer, sich gegenseitig motivieren. Dann ging es wieder steil bergab und weiter zur dritten und letzten Etappe: Hinauf auf den Schlossberg. Dort allerdings verhungerte ich dann richtig. Hier habe ich die letzten Sekunden und Minuten liegengelassen, die nötig gewesen wären, um unter zwei Stunden zu laufen. Doch, so ausgelutscht der Spruch auch schon ist: Flasche leer. Ich kam nicht vom Fleck, die Strecke zog sich endlos wie Kaugummi; immer wieder konnte ich ganz kurz Tempo machen, überholte sogar einige andere Läufer, um dann wieder abzufallen, um dann wieder Gas zu geben, um dann wieder usw. Am Ende, oben am Schloss, schmerzten die Oberschenkel, statt Muskeln fühlte ich nur noch Pudding. Damit läuft es sich bergab und den Schlusssprint zum Ziel über Kopfsteinplaster übrigens auch schwer.

Tempo ja, Ziel verfehlt

2:00:17 also – das offizielle Ergebnis. 12 Wochen Training und dann das, möchte ich sagen. Bis zum endgültigen Ergebnis hatte ich zumindest gehofft, unter zwei Stunden geblieben zu sein. Zwei Stunden für diese sehr anspruchsvolle Strecke ist zwar immer noch ok in der Gesamtbetrachtung. Persönlich hatte ich jedoch mehr erwartet und auch können. Ein Vergleich der Pacezeiten zum Vorjahr zeigt: Im Flachen war ich mit einer Pace um die 5:10 min/km sehr schnell unterwegs; sogar einige Kilometer unter 5 sind wieder dabei. Bergauf allerdings war ich beständig gut eine halbe Sekunde langsamer als im Vorjahr. Und zwar nicht unbedingt an den drei steilen Anstiegen, sondern vielmehr bei den langsamen, bei denen, die sich über ein, zwei Kilometer oder mehr zogen. So wie es bereits beim Lauf gespürt hate. Wie konnte das passieren? Meine Vermutung: Zu wenig lange Bergläufe in der Vorbereitung. Aber – nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Auch wenn ich während des Laufs noch anders darüber dachte. Nun plane ich bereits die Trainingsvorbereitung für nächstes Jahr. Nächstes Jahr? Genau. Ich werde wieder dabei sein. Natürlich. Das kann ich so nicht stehen lassen. 2:00:17 …

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