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Auf und ab. Nach dem Höhenflug der ersten beiden Trainingswochen folgte diese Woche ein kleiner Hänger. Was dabei zuerst da war, das Motivationsloch, mich zum Training aufzuraffen, oder doch die schweren Beine, der bleiernde Körper, ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Letztendlich ist es auch egal. Was hochgeht, muss irgendwann runter; und geht dann auch wieder hoch.

Die Fakten: 53,16 Kilometer, drei lange Läufe, ein Intervall- und ein Schwellentraining. Ich kann beruhigt einen Haken an meine dritte Trainingswoche machen. Meine Schallmauer von 50-Wochenkilometer habe ich geknackt, soweit bin ich zufrieden.

Interessanter als diese Zahlen für mich in dieser dritten Woche bin ich selbst. Nach den ersten beiden Trainingstagen am Dienstag und Mittwoch, folgte am Donnerstag ein erstes echtes Tief; ich war müde, fühlte mich ausgepowert und absolut leer. Wenn ein Funken Lust auf Laufen aufkam, schmerzte mein Köper; wenn mein Körper sich etwas berappelte oder mir vorgaukelte, fit zu sein, suchte ich nach Laufausreden. Ich fühlte mich angeshclagen, psychisch und physisch. Was davon zuerst da war und was wie das andere beeinflusste, weiß ich nicht.

Der ohnehin anvisierte freie Tag am Freitag kam da wie gerufen – und ich nutzte ihn schamlos und in allen Zügen aus. Füße hoch. Gammeln. Bloß nicht bewegen. Früh ins Bett.

Beim gestrigen langen Lauf goss es in Strömen. Dazu starker kalter Wind. Wenigstens hatte ich ausgeschlafen und fühlte mich etwas fitter, ansonsten weiß ich nicht, wie ich die Trainingseinheit geschafft hätte. Auf dem Philosophenweg kamen mir nur zwei andere Läufer entgegen; ansonsten ist dort, vor allem am Wochenende, ein wahres Schaulaufen der hiesigen Läuferszene zu beobachten. Oben angekommen war ich klatschnass. Im Sommer kann ein Regenschauer erfrischend sein beim Laufen. Gestern jedoch war es nur nass und kalt. Widerlich also. Meine Freude, den Weg geschafft zu haben, hielt sich daher auch in Grenzen; ich musste ja wieder bergab. Und das bedeutete: Regen und Wind von vorne.

Eine Auswahl der Gedanken meiner gestrigen Trainingseinheit über 11 Kilometer: Bitte nicht noch mehr Regen! Ja, super, Regen von vorne. Warum habe ich mir nicht meine Basekappe aufgesetzt? Klasse, Regen mit Gegenwind, i love it!

Das Wetter meinte es heute besser, zumindest was den Regen anging. Stürmisch war es immer noch. Der Philosophenweg von gestern zwickte die ersten Kilometer in den Beinen, danach hatte ich mich eingelaufen. Die ersten sechs Kilometer lief ich mit Rückenwind. Obs an dem lag oder an meiner wieder erstarkten Konstitution, wer weiß: Ich kam auf die größenwahnsinnige Idee, über den Wolfsbrunnenweg – eine Etappe des Heidelberger Halbmarathons – in die Altstadt zu laufen. Rauf also auf 240m Höhenmeter. Zum Schloss. Ganz langsam lief, streckenweise ging ich den Weg hinauf, vorbei an mondänen Villen und dicken Autos. Dass es hart werden würde, damit hatte ich gerechnet. Aber so? So steil? Damn it! Wie ich den Weg beim Halbmarathon bewältigen soll, immerhin habe ich dann bereits rund 16/17 Kilometer in den Beinen, ist mir schleierhaft.

Oben angekommen, sauste ich den Berg hinab, um mir dort die gerechte Bestrafung abzuholen: Gegenwind auf dem gesamten Weg nach Hause. Ganze 7 Kilometer. Geschieht mir recht. Am Ende zeigte meine TomTom hart erarbeitete 16 Kilometer.

Mein Fazit der Woche: Der Wolfsbrunnenweg ist mein neuer Philosophenweg. Ruhetage sind magische Tage. Was rauf geht, geht auch wieder runter. Und wieder rauf.

 

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